In diesem Buch wird argumentiert, dass Indiens derzeitiges Gesetz zur Sexarbeit, der "Immoral Traffic (Prevention) Act" von 1956, verfassungswidrig ist - insbesondere nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2022, wonach Sexarbeit ein durch Artikel 21 geschützter Beruf ist. Der Verkauf sexueller Dienstleistungen ist legal, doch alles, was diese Arbeit erst ermöglicht (Räumlichkeiten, Einnahmen, Anwerbung), bleibt strafbar. Das Buch macht auf dieses Paradoxon aufmerksam und schlägt eine Lösung vor.In sieben Kapiteln verfolgt es die kolonialen Wurzeln des Gesetzes bis zu den "Contagious Diseases Acts" zurück, vergleicht vier globale Regulierungsmodelle (Kriminalisierung in den USA, schwedische Nachfragereduzierung, deutsche/niederländische Lizenzierung, Entkriminalisierung in Neuseeland) und untermauert die verfassungsrechtliche Argumentation anhand der Fälle Puttaswamy, Navtej Johar und Joseph Shine.Sein wichtigster Beitrag: Entkriminalisierung und Besteuerung müssen getrennte Schritte sein. Deutschland und die Niederlande zeigen, dass eine überstürzte Besteuerung zu einer Zweiklassengesellschaft führt, in der die meisten Beschäftigten in die Illegalität gedrängt werden. Das Buch schlägt einen auf die indischen Verhältnisse zugeschnittenen, zehnjährigen Besteuerungsplan in vier Phasen vor, ergänzt durch ein konkretes Reformpaket: ein geändertes ITPA, ein neues Gesetz über Sexarbeit (Rechte und Schutz) sowie eine klare ministerielle Arbeitsteilung.
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