Leonorenlieder
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Beschrijving
Bol
Die Leonorenlieder bündeln jene Liebesgedichte Johann Christian Günthers, in denen die angesprochene Leonore zur poetischen Mitte eines Spannungsfeldes aus Begehren, Treue, Entsagung und Selbstprüfung wird. In liedhafter Form, doch mit gelehrter rhetorischer Präzision, verbinden sie barocke Bildlichkeit, galante Konvention und eine auffallend unmittelbare Ich-Stimme. Ihr literarischer Ort liegt am Ausgang des Barock: Noch wirken Topik, Antithese und Emblematik, zugleich kündigt sich eine subjektivere Erlebnislyrik an. Johann Christian Günther (1695-1723), der aus Schlesien stammende Dichter, lebte zwischen akademischer Bildung, sozialer Unsicherheit und persönlicher Unruhe. Medizinische Studien, Konflikte mit dem Vater, vergebliche Hoffnungen auf höfische Förderung und ein unstetes Leben prägten sein Werk. Gerade diese biographische Spannung erklärt die Dringlichkeit seiner Liebeslyrik: Günther schreibt nicht bloß nach Mustern, sondern verwandelt Konventionen in Bekenntnis, Klage und poetische Selbstbehauptung. Wer die Entstehung der modernen deutschen Lyrik verstehen will, findet in den Leonorenliedern ein schmales, aber bedeutendes Zeugnis. Das Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die barocke Kunstform ebenso schätzen wie den Moment, in dem persönliche Erfahrung die überlieferte Form zu sprengen beginnt.
Die Leonorenlieder bündeln jene Liebesgedichte Johann Christian Günthers, in denen die angesprochene Leonore zur poetischen Mitte eines Spannungsfeldes aus Begehren, Treue, Entsagung und Selbstprüfung wird. In liedhafter Form, doch mit gelehrter rhetorischer Präzision, verbinden sie barocke Bildlichkeit, galante Konvention und eine auffallend unmittelbare Ich-Stimme. Ihr literarischer Ort liegt am Ausgang des Barock: Noch wirken Topik, Antithese und Emblematik, zugleich kündigt sich eine subjektivere Erlebnislyrik an. Johann Christian Günther (1695-1723), der aus Schlesien stammende Dichter, lebte zwischen akademischer Bildung, sozialer Unsicherheit und persönlicher Unruhe. Medizinische Studien, Konflikte mit dem Vater, vergebliche Hoffnungen auf höfische Förderung und ein unstetes Leben prägten sein Werk. Gerade diese biographische Spannung erklärt die Dringlichkeit seiner Liebeslyrik: Günther schreibt nicht bloß nach Mustern, sondern verwandelt Konventionen in Bekenntnis, Klage und poetische Selbstbehauptung. Wer die Entstehung der modernen deutschen Lyrik verstehen will, findet in den Leonorenliedern ein schmales, aber bedeutendes Zeugnis. Das Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die barocke Kunstform ebenso schätzen wie den Moment, in dem persönliche Erfahrung die überlieferte Form zu sprengen beginnt.
AmazonPagina's: 140, Paperback, Sharp Ink