Elizabeth Gaskells "Mary Barton" (1848) gehört zu den prägenden englischen Industrie- und Sozialromanen des 19. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund Manchesters in den "hungry forties" verbindet der Text die Geschichte der jungen Mary, ihres verbitterten Vaters John Barton und des Arbeiters Jem Wilson mit einer Mordhandlung um den Fabrikantensohn Harry Carson. Gaskell verknüpft dokumentarisch genaue Milieuschilderung, moralischen Realismus und melodramatische Spannung zu einer eindringlichen Untersuchung von Klassenkonflikt, Armut, Arbeitslosigkeit und fehlender Verständigung zwischen Kapital und Arbeit. Elizabeth Gaskell (1810-1865), Ehefrau eines unitarischen Geistlichen in Manchester, kannte die sozialen Gegensätze der Industriestadt aus unmittelbarer Anschauung. Ihre religiös geprägte Sensibilität für Mitgefühl, Bildung und soziale Verantwortung formte den Roman ebenso wie persönliche Erfahrungen mit Krankheit, Trauer und urbaner Not. "Mary Barton", ihr Debüt, entstand aus dem Wunsch, den stummen Leiden der Arbeiter eine literarische Stimme zu geben. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die viktorianische Literatur nicht nur als Gesellschaftspanorama, sondern als ethische Intervention verstehen möchten. Gaskell bietet keine einfache politische Lösung, wohl aber ein kraftvolles Plädoyer für Aufmerksamkeit, Dialog und menschliche Anerkennung.
Prijshistorie
* Prijshistorie bevat geen data van Amazon, Amazon Marketplace.
Prijzen voor het laatst bijgewerkt op: