In Afrika spielt sich Demokratie nicht mehr ausschließlich in den Institutionen ab; sie verlagert sich nun in den sich wandelnden Raum der Medien. Zwischen öffentlicher Meinungsäußerung und auferlegtem Schweigen wird der Journalist zum besorgten Zeugen der Schwachstellen der Macht. Ausgehend von den Gedanken Pierre Rosanvallons hinterfragt dieses Werk die Medien als zeitgenössische Formen der Gegendemokratie: Orte der Wachsamkeit, des Misstrauens und des bürgerlichen Widerstands. Presse, Fernsehen und digitale Plattformen erscheinen darin als neue Schauplätze demokratischer Kontrolle. Doch diese kritische Kraft ist nach wie vor von Widersprüchen durchzogen: wirtschaftliche Prekarität, politische Abhängigkeiten, Desinformation und institutionelle Krisen. So schwankt die vierte Gewalt in Afrika unaufhörlich zwischen Emanzipation und Instrumentalisierung, zwischen Freiheit und Verletzlichkeit. Dr. Christian Dior Mouloungui bietet eine philosophische Betrachtung der afrikanischen Medien, die als ungewisser Spiegel der zeitgenössischen Demokratien verstanden werden. Er zeigt, wie die Medien nach und nach zu einer Gegen-Demokratie werden, die in der Lage ist, angesichts der Auswüchse von Staaten und politischen Eliten eine Funktion der demokratischen Wachsamkeit auszuüben.
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