Die freundliche Aufnahme für die ersten Psalmen-Meditationen reicht von Laien über Fachgelehrte, von Katholiken und Protestanten über Alttestamentler bis zu Papst Benedikt XVI. Hier folgt nun ein zweiter, letzter Band, in dem Robert Spaemann eine Auswahl unter den restlichen 99 Psalmen getroffen hat. Über Jahrzehnte hinweg hat der Philosoph Robert Spaemann über die Psalmen nachgedacht. Es handelt sich dabei um keine Konkurrenz zu wissenschaftlichen Kommentaren, die Verständnis und Sinn dieser 2500 Jahre alten Texte durch ihre Entstehungsbedingungen erschließen wollen. Die »Meditationen« sind das Ergebnis einer christlichen Lektüre des Psalters, wie sie im Neuen Testament entfaltet wird: Jesus bezieht immer wieder die alttestamentlichen messianischen Texte auf sich. Die Kirchenväter haben die Psalmen so gelesen und die vorliegenden »Meditationen« sollten in dieser hermeneutischen Tradition gelesen werden. Augustinus nennt David, den er für den Verfasser der Psalmen hält, immer »den Propheten«. Diese Lektüre erlaubt es dem christlichen Leser, sich die Texte unmittelbar meditierend und betend anzueignen.
Bol PartnerDie 150 aus vorchristlicher Zeit stammenden hebräischen Psalmen – Gedichte, Gebete, Jubelgesänge und Verzweiflungsschreie – gehören zum universalen Kulturgut der Menschheit. Sie sind präsent im Zitatenschatz unserer Dichter und Schriftsteller, in Redewendungen und Redensarten, in Sentenzen und Sprichwörtern. Vertont wurden sie von fast allen großen Komponisten vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Die vorliegenden Meditationen dienten dem Autor der Selbstverständigung eines Philosophen und Christen im meditativen Umgang mit dem Psalter. Sie erheben keinen wissenschaftlichen Anspruch und argumentieren nicht. Sie gehen von der Erfahrung aus, dass das Ergebnis der Selbstverständigung im Umgang mit diesen alten Texten auch anderen hilfreich sein kann, die sich auf ähnlichen Wegen befinden.
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