Medschnun und Leila ist Dschamis kunstvolle persische Neugestaltung einer der wirkungsmächtigsten Liebeslegenden des Orients: der Geschichte Qais', der durch seine unerfüllbare Liebe zu Leila zum "Medschnun", zum von Liebe Besessenen, wird. In der Tradition des masnaw¿ entfaltet das Werk eine streng komponierte, zugleich lyrisch verdichtete Erzählung, in der weltliche Leidenschaft, asketische Entsagung und mystische Gottesnähe ineinander übergehen. Dschami schreibt im literarischen Kontext der klassischen persischen Liebesepik, insbesondere nach Nizami, doch mit eigener theologischer und psychologischer Akzentuierung. Nur ad-Din Abdur Rahman Dschami (1414-1492), Dichter, Gelehrter und Sufi aus dem timuridischen Kulturkreis, verband umfassende Bildung in Theologie, Philosophie, Rhetorik und Mystik mit höchster poetischer Formkraft. Als Angehöriger der Naqschbandiyya konnte er die Legende nicht bloß als Romanze, sondern als Allegorie der liebenden Seele lesen: Medschnuns Wahnsinn wird zur radikalen Läuterung des Ichs. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die orientalische Dichtung nicht als exotisches Ornament, sondern als anspruchsvolle Reflexion über Liebe, Sprache und Transzendenz verstehen wollen. Medschnun und Leila bietet ästhetischen Reichtum, geistige Tiefe und einen Schlüssel zur persisch-islamischen Vorstellungswelt.
AmazonPagina's: 28, Paperback, Sharp Ink
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