Nicht der Mörder, Ermordete ist schuldig

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Bol Franz Werfels Novelle Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig entfaltet eine fiebrige Studie über Schuld, Gewalt und die zerstörerische Macht patriarchaler Herrschaft. Im Zentrum steht der Konflikt zwischen einem Sohn und seinem tyrannischen Vater, der sich weniger als Kriminalfall denn als seelisches Tribunal erweist. In expressionistischer Verdichtung, mit pathetischer Bildsprache und psychologischer Zuspitzung, gehört der Text in den literarischen Kontext der Nachkriegs- und Vater-Sohn-Dramatik um 1920. Werfel, 1890 in Prag geboren, war als deutschsprachiger jüdischer Autor von der Vielsprachigkeit der Habsburgermonarchie, vom religiösen Fragen und von den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs geprägt. Seine frühe expressionistische Prosa sucht nicht bloß gesellschaftliche Diagnose, sondern moralische Offenbarung. Die Erfahrung autoritärer Ordnungen, zerfallender Sicherheiten und einer Generation, die gegen ererbte Schuld rebelliert, bildet den geistigen Hintergrund dieser Novelle. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als Erkenntnisinstrument schätzen. Werfel zwingt dazu, einfache Kategorien von Täter und Opfer zu überdenken und psychische Gewalt als historische wie metaphysische Macht zu begreifen. Die Novelle ist kurz, aber von großer gedanklicher Dichte: ein verstörendes, luzides Dokument des Expressionismus.

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Franz Werfels Novelle Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig entfaltet eine fiebrige Studie über Schuld, Gewalt und die zerstörerische Macht patriarchaler Herrschaft. Im Zentrum steht der Konflikt zwischen einem Sohn und seinem tyrannischen Vater, der sich weniger als Kriminalfall denn als seelisches Tribunal erweist. In expressionistischer Verdichtung, mit pathetischer Bildsprache und psychologischer Zuspitzung, gehört der Text in den literarischen Kontext der Nachkriegs- und Vater-Sohn-Dramatik um 1920. Werfel, 1890 in Prag geboren, war als deutschsprachiger jüdischer Autor von der Vielsprachigkeit der Habsburgermonarchie, vom religiösen Fragen und von den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs geprägt. Seine frühe expressionistische Prosa sucht nicht bloß gesellschaftliche Diagnose, sondern moralische Offenbarung. Die Erfahrung autoritärer Ordnungen, zerfallender Sicherheiten und einer Generation, die gegen ererbte Schuld rebelliert, bildet den geistigen Hintergrund dieser Novelle. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als Erkenntnisinstrument schätzen. Werfel zwingt dazu, einfache Kategorien von Täter und Opfer zu überdenken und psychische Gewalt als historische wie metaphysische Macht zu begreifen. Die Novelle ist kurz, aber von großer gedanklicher Dichte: ein verstörendes, luzides Dokument des Expressionismus.


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