Obwohl die Prävalenz von Zahnkaries bei Kindern in den meisten Ländern in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, stellt die Erkrankung nach wie vor überall ein großes Problem sowohl für Kinder als auch für Erwachsene dar. In den letzten Jahren hat sich die Behandlung von Zahnkaries in Richtung eines antibiotisch-antimikrobiellen Modells der Krankheitsprävention entwickelt. Dieser Ansatz wirft jedoch ernsthafte Fragen auf: Erstens, töten die antibiotischen/antimikrobiellen Wirkstoffe (Chlorhexidin, Povidon-Iod, Fluorid usw.) alle schädlichen Organismen ab? Zweitens: Wenn ja, verhindern die Wirkstoffe dann das erneute Eindringen derselben Organismen aus externen Quellen? Und schließlich: Wenn die Wirkstoffe tatsächlich alle schädlichen Organismen abtöten, haben dann verbleibende pathogene Organismen einen selektiven Vorteil bei der Wiederbesiedlung der Zahnoberflächen? Um die mit einem antibiotisch-antimikrobiellen Ansatz verbundenen Probleme zu überwinden, hat in der Zahnmedizin in letzter Zeit die bakterielle Interferenz mit Probiotika zur Unterstützung der Stabilität und Vielfalt oraler Biofilme an Interesse gewonnen.
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