Reigen: Zehn Dialoge (Ein erotisches Schauspiel)
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Arthur Schnitzlers Reigen, entstanden 1896/97 und 1900 privat gedruckt, entfaltet in zehn dialogischen Szenen eine kreisförmige Anatomie erotischer Begegnungen im Wien der Jahrhundertwende. Vom Dirnenzimmer bis zum Salon, vom Soldaten bis zum Grafen durchwandert das Stück die sozialen Schichten und zeigt, wie Begehren, Lüge und Macht einander bedingen. Der knappe, präzise Dialog, die elliptische Auslassung des Geschlechtsakts und die musikalische Wiederkehr der Figuren machen Reigen zu einem Schlüsseltext der literarischen Moderne und zu einer frühen Demaskierung bürgerlicher Moral. Schnitzler, Arzt, genauer Beobachter psychischer Regungen und Chronist des Fin de Siècle, schöpfte aus seiner medizinischen Kenntnis, seiner Vertrautheit mit Wiener Milieus und seinem Interesse an unbewussten Motiven. Als jüdischer Intellektueller im habsburgischen Kulturraum erlebte er die Spannung zwischen gesellschaftlicher Fassade und verdrängter Triebhaftigkeit besonders scharf; gerade diese Spannung prägt die provokative Klarheit des Stücks. Empfohlen sei Reigen Leserinnen und Lesern, die Literatur als präzises Instrument sozialer Diagnose schätzen. Das Werk provoziert nicht durch bloße Freizügigkeit, sondern durch analytische Nüchternheit: Es lässt erkennen, wie intimste Beziehungen von Klasse, Sprache und Selbsttäuschung geformt werden.
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Arthur Schnitzlers Reigen, entstanden 1896/97 und 1900 privat gedruckt, entfaltet in zehn dialogischen Szenen eine kreisförmige Anatomie erotischer Begegnungen im Wien der Jahrhundertwende. Vom Dirnenzimmer bis zum Salon, vom Soldaten bis zum Grafen durchwandert das Stück die sozialen Schichten und zeigt, wie Begehren, Lüge und Macht einander bedingen. Der knappe, präzise Dialog, die elliptische Auslassung des Geschlechtsakts und die musikalische Wiederkehr der Figuren machen Reigen zu einem Schlüsseltext der literarischen Moderne und zu einer frühen Demaskierung bürgerlicher Moral. Schnitzler, Arzt, genauer Beobachter psychischer Regungen und Chronist des Fin de Siècle, schöpfte aus seiner medizinischen Kenntnis, seiner Vertrautheit mit Wiener Milieus und seinem Interesse an unbewussten Motiven. Als jüdischer Intellektueller im habsburgischen Kulturraum erlebte er die Spannung zwischen gesellschaftlicher Fassade und verdrängter Triebhaftigkeit besonders scharf; gerade diese Spannung prägt die provokative Klarheit des Stücks. Empfohlen sei Reigen Leserinnen und Lesern, die Literatur als präzises Instrument sozialer Diagnose schätzen. Das Werk provoziert nicht durch bloße Freizügigkeit, sondern durch analytische Nüchternheit: Es lässt erkennen, wie intimste Beziehungen von Klasse, Sprache und Selbsttäuschung geformt werden.
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