Sexuelle Gewalt ist eine der schwersten Formen von Gewalt gegen Frauen und stellt eine mehrfache Verletzung der Menschenrechte dar. Im Laufe seiner Rechtsprechung hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte spezifische Standards für ihre Konzeptualisierung, Klassifizierung und Bestrafung entwickelt, wobei er ihre direkten Auswirkungen auf die persönliche Integrität und Würde anerkennt und sie in bestimmten Fällen mit Folter gleichsetzt. In diesem Artikel werden die vom Interamerikanischen Gerichtshof entwickelten Normen zu sexueller Gewalt auf der Grundlage einer Untersuchung seiner wichtigsten Präzedenzfälle systematisch analysiert, wobei besonderes Augenmerk auf die weit gefasste und eigenständige Definition dieser Form von Gewalt, ihre Einstufung als Folter oder grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung sowie die verstärkten Verpflichtungen der Staaten in Bezug auf Prävention, Untersuchung, Bestrafung und Wiedergutmachung gelegt wird. Das Papier untersucht auch kritisch die Zurückhaltung des Interamerikanischen Gerichtshofs, sexuelle Gewalt als autonome Beeinträchtigung des Rechts auf Leben anzuerkennen, außer in Fällen von Frauenmord, und problematisiert diese Einschränkung aus einer Gender- und Menschenrechtsperspektive.
AmazonPagina's: 80, Paperback, Verlag Unser Wissen
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