Mit der provokanten Frage, ob das Plattdeutsche zu pflegen oder auszurotten sei, entfaltet Ludolf Wienbarg eine sprachpolitische Streitschrift von bemerkenswerter Schärfe. Das Buch verhandelt Dialekt nicht als bloßes Relikt, sondern als Träger sozialer Erinnerung, regionaler Eigenart und literarischer Ausdruckskraft. In essayistischer, polemisch zugespitzter Prosa steht es im Kontext der deutschen Sprach- und Nationsdebatten des 19. Jahrhunderts. Wienbarg, 1802 in Altona geboren, gehörte zu den prägenden Stimmen des Jungen Deutschland und verband ästhetische Reflexion mit politischer Wachheit. Seine norddeutsche Herkunft, seine Tätigkeit als Kritiker und Publizist sowie sein Interesse an Volksbildung und kultureller Erneuerung erklären die Dringlichkeit dieser Schrift. Ihn beschäftigt, wie Modernisierung gelingen kann, ohne sprachliche Vielfalt und geschichtliche Erfahrung zu vernichten. Diese Schrift empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die Sprachgeschichte nicht als antiquarisches Spezialgebiet, sondern als Kampfplatz kultureller Selbstverständigung begreifen. Wienbargs Argumentation ist historisch gebunden und zugleich erstaunlich aktuell: Sie fordert dazu auf, Minderheitensprachen und Dialekte als lebendige Ressourcen ernst zu nehmen. Ein kluges, streitbares Buch für Sprachwissenschaft, Literaturgeschichte und regionale Kulturforschung.
AmazonPagina's: 28, Paperback, Sharp Ink
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