Das iranische (Ost-)Aserbaidschan (E-Aserbaidschan) im Nordwesten des Iran zeichnet sich durch eine relativ komplexe aktive Tektonik aus. Das Gebiet hat die Form einer Raute und wird von Blattverschiebungsbrüchen begrenzt. Diese Region umfasst drei Falten- und Überschiebungsgürtel, die Gebirgszüge Arasbaran, Ghoshe Dagh und Bozkosh, sowie eine Reihe von N-S-verlaufenden kompressiven Überschiebungen und Falten und eine Reihe von E-W-verlaufenden kompressiven Strukturen. Die in diesem Buch durchgeführte Spannungsinversionsanalyse und Modellierung zeigen, dass die Region durch eine N-S- bis NE-SW- (N018°) Überschiebungskompression und eine NW-SE- (N287° und N155°) Blattverschiebungskompression gekennzeichnet ist. Das erste Spannungssystem war für die Entwicklung der drei Falten- und Überschiebungsgürtel verantwortlich, während das zweite System die Nord-Süd-Strukturen bildete, wie beispielsweise in den Gebirgszügen Talesh, Salavat, Moro und Kiamaki. Die Spannungsrekonstruktionen und tektonischen Modellierungen deuten darauf hin, dass Ost-Aserbaidschan aufgrund der Druckspannung im Nordosten und Norden mit dem südlichen Kaspischen Becken und dem Kleinen Kaukasus kollidiert und aufgrund der Strike-Slip-Spannung im Südosten und Osten mit dem zentraliranischen Block bzw. dem westlichen Alborz.
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