Teutsche Satyrische Gedichte

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Bol Joachim Rachels Teutsche Satyrische Gedichte versammeln eine scharf beobachtende Moraldichtung, die Laster der frühneuzeitlichen Gesellschaft mit gelehrter Strenge und sprachlicher Beweglichkeit bloßlegt. Zwischen barocker Emblematik, antiker Satirentradition und protestantischer Erbauungskultur entfalten die Gedichte ein Panorama von Hoffart, Geiz, Heuchelei und gelehrter Eitelkeit. Ihr Stil verbindet rhetorische Pointierung, derbe Anschaulichkeit und didaktische Ordnung; Rachel schreibt nicht bloß verspottend, sondern diagnostisch, als wolle er die Sitten seiner Zeit durch poetische Zurechtweisung bessern. Joachim Rachel, 1618-1669, wirkte als norddeutscher Gelehrter, Pädagoge und Dichter in einer Epoche politischer Erschütterung und konfessioneller Disziplinierung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seine humanistische Bildung, die Nähe zu Schule und Kanzel sowie die Erfahrung sozialer Unordnung prägten seinen satirischen Blick. Nicht zufällig wurde er später als "deutscher Juvenal" bezeichnet: Er überträgt das römische Modell der strafenden Satire in die deutsche Sprache und macht sie zum Instrument bürgerlich-christlicher Selbstprüfung. Dieses Buch empfiehlt sich allen Lesern, die die Entstehung einer eigenständigen deutschen Satire verstehen möchten. Es bietet literarhistorischen Gewinn, moralphilosophische Schärfe und überraschende Aktualität, denn Rachels Angriffe auf Scheinfrömmigkeit, Karrierismus und Habgier treffen weiterhin vertraute Verhaltensmuster. Wer barocke Dichtung nicht als bloßes Ornament, sondern als kritisches Denken liest, findet hier eine eindrucksvolle Stimme.

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Joachim Rachels Teutsche Satyrische Gedichte versammeln eine scharf beobachtende Moraldichtung, die Laster der frühneuzeitlichen Gesellschaft mit gelehrter Strenge und sprachlicher Beweglichkeit bloßlegt. Zwischen barocker Emblematik, antiker Satirentradition und protestantischer Erbauungskultur entfalten die Gedichte ein Panorama von Hoffart, Geiz, Heuchelei und gelehrter Eitelkeit. Ihr Stil verbindet rhetorische Pointierung, derbe Anschaulichkeit und didaktische Ordnung; Rachel schreibt nicht bloß verspottend, sondern diagnostisch, als wolle er die Sitten seiner Zeit durch poetische Zurechtweisung bessern. Joachim Rachel, 1618-1669, wirkte als norddeutscher Gelehrter, Pädagoge und Dichter in einer Epoche politischer Erschütterung und konfessioneller Disziplinierung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seine humanistische Bildung, die Nähe zu Schule und Kanzel sowie die Erfahrung sozialer Unordnung prägten seinen satirischen Blick. Nicht zufällig wurde er später als "deutscher Juvenal" bezeichnet: Er überträgt das römische Modell der strafenden Satire in die deutsche Sprache und macht sie zum Instrument bürgerlich-christlicher Selbstprüfung. Dieses Buch empfiehlt sich allen Lesern, die die Entstehung einer eigenständigen deutschen Satire verstehen möchten. Es bietet literarhistorischen Gewinn, moralphilosophische Schärfe und überraschende Aktualität, denn Rachels Angriffe auf Scheinfrömmigkeit, Karrierismus und Habgier treffen weiterhin vertraute Verhaltensmuster. Wer barocke Dichtung nicht als bloßes Ornament, sondern als kritisches Denken liest, findet hier eine eindrucksvolle Stimme.


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  • 9788027353217
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