Tschun: Geschichte aus dem Vorfrühling Chinas
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Beschrijving
Bol
Tschun entfaltet vor dem Hintergrund Chinas an der Schwelle zur Moderne die Geschichte einer Begegnung zwischen europäischen Wahrnehmungsmustern und einer fremden, doch keineswegs stummen Kultur. Im Mittelpunkt steht das Schicksal der titelgebenden Gestalt, an dem Fragen von Herkunft, Loyalität, Macht und innerer Würde sichtbar werden. Heykings Prosa verbindet psychologische Genauigkeit mit atmosphärischer Dichte; sie steht im Kontext der deutschsprachigen China- und Reiseliteratur um 1900, überschreitet jedoch bloße Exotik durch moralische Reflexion. Elisabeth von Heyking, 1861 geboren, gehörte als Ehefrau eines Diplomaten zu jenen Autorinnen, deren Schreiben aus unmittelbarer Erfahrung internationaler Schauplätze hervorging. Aufenthalte in Ostasien, insbesondere in China, sowie die Beobachtung kolonialer Interessen, höfischer Diplomatie und interkultureller Missverständnisse prägten ihr literarisches Sensorium. Ihre gesellschaftliche Stellung eröffnete ihr Einblicke in politische Milieus, zugleich aber auch Distanz zu deren Selbstgewissheiten. Empfohlen sei Tschun Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht nur als Zeitbild, sondern als Analyse kultureller Begegnung verstehen möchten. Das Buch besticht durch stille Intensität, gebildete Beobachtung und eine bemerkenswerte Sensibilität für die Ambivalenzen europäischer Präsenz in Asien.
Tschun entfaltet vor dem Hintergrund Chinas an der Schwelle zur Moderne die Geschichte einer Begegnung zwischen europäischen Wahrnehmungsmustern und einer fremden, doch keineswegs stummen Kultur. Im Mittelpunkt steht das Schicksal der titelgebenden Gestalt, an dem Fragen von Herkunft, Loyalität, Macht und innerer Würde sichtbar werden. Heykings Prosa verbindet psychologische Genauigkeit mit atmosphärischer Dichte; sie steht im Kontext der deutschsprachigen China- und Reiseliteratur um 1900, überschreitet jedoch bloße Exotik durch moralische Reflexion. Elisabeth von Heyking, 1861 geboren, gehörte als Ehefrau eines Diplomaten zu jenen Autorinnen, deren Schreiben aus unmittelbarer Erfahrung internationaler Schauplätze hervorging. Aufenthalte in Ostasien, insbesondere in China, sowie die Beobachtung kolonialer Interessen, höfischer Diplomatie und interkultureller Missverständnisse prägten ihr literarisches Sensorium. Ihre gesellschaftliche Stellung eröffnete ihr Einblicke in politische Milieus, zugleich aber auch Distanz zu deren Selbstgewissheiten. Empfohlen sei Tschun Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht nur als Zeitbild, sondern als Analyse kultureller Begegnung verstehen möchten. Das Buch besticht durch stille Intensität, gebildete Beobachtung und eine bemerkenswerte Sensibilität für die Ambivalenzen europäischer Präsenz in Asien.
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