Über das Aussterben der Naturvölker
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Über das Aussterben der Naturvölker ist eine eindringliche, zugleich nüchtern argumentierende Untersuchung über die demographischen und kulturellen Folgen europäischer Expansion. Gerland verbindet ethnographische Beobachtung, historische Vergleichung und anthropologische Systematik, um Krankheit, Verdrängung, Gewalt, ökonomische Abhängigkeit und moralische Zerrüttung als Faktoren des Verschwindens indigener Gesellschaften zu analysieren. Stilistisch steht die Schrift im gelehrten, quellenreichen Ton der deutschen Ethnologie des 19. Jahrhunderts; ihr Begriff "Naturvölker" gehört unverkennbar diesem wissenschaftsgeschichtlichen Kontext an. Georg Karl Cornelius Gerland, Geograph, Ethnologe und Sprachforscher, bewegte sich an der Schnittstelle von Anthropologie, Kulturvergleich und Kolonialgeschichte. Seine Mitarbeit an der Fortführung von Theodor Waitz' anthropologischen Studien und seine breite Kenntnis außereuropäischer Gesellschaften prägten seinen Blick auf globale Ungleichheiten. Das Buch erwächst aus einer Epoche, in der die Wissenschaft begann, die Zerstörung fremder Lebensformen nicht nur zu registrieren, sondern auch nach ihren Ursachen zu fragen. Empfohlen sei diese Schrift Lesern, die die Frühgeschichte ethnologischen Denkens kritisch verstehen möchten. Sie ist kein unproblematisches Dokument, wohl aber ein bedeutender Beitrag zur Reflexion über Kolonialkontakt, kulturelle Verwundbarkeit und wissenschaftliche Verantwortung.
Über das Aussterben der Naturvölker ist eine eindringliche, zugleich nüchtern argumentierende Untersuchung über die demographischen und kulturellen Folgen europäischer Expansion. Gerland verbindet ethnographische Beobachtung, historische Vergleichung und anthropologische Systematik, um Krankheit, Verdrängung, Gewalt, ökonomische Abhängigkeit und moralische Zerrüttung als Faktoren des Verschwindens indigener Gesellschaften zu analysieren. Stilistisch steht die Schrift im gelehrten, quellenreichen Ton der deutschen Ethnologie des 19. Jahrhunderts; ihr Begriff "Naturvölker" gehört unverkennbar diesem wissenschaftsgeschichtlichen Kontext an. Georg Karl Cornelius Gerland, Geograph, Ethnologe und Sprachforscher, bewegte sich an der Schnittstelle von Anthropologie, Kulturvergleich und Kolonialgeschichte. Seine Mitarbeit an der Fortführung von Theodor Waitz' anthropologischen Studien und seine breite Kenntnis außereuropäischer Gesellschaften prägten seinen Blick auf globale Ungleichheiten. Das Buch erwächst aus einer Epoche, in der die Wissenschaft begann, die Zerstörung fremder Lebensformen nicht nur zu registrieren, sondern auch nach ihren Ursachen zu fragen. Empfohlen sei diese Schrift Lesern, die die Frühgeschichte ethnologischen Denkens kritisch verstehen möchten. Sie ist kein unproblematisches Dokument, wohl aber ein bedeutender Beitrag zur Reflexion über Kolonialkontakt, kulturelle Verwundbarkeit und wissenschaftliche Verantwortung.
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