Das Buch analysiert die Maßnahmen zur Armutsbekämpfung in der Habsburgermonarchie vom späten 18. Jahrhundert bis zum Zerfall des Staates. Auf Grundlage von Archivquellen zeichnet die Autorin ein Bild der Armenfürsorge und ihrer für die damalige Zeit modernen Einrichtungen – etwa Armeninstitute, Naturalverpflegungsstationen und Versorgungshäuser. Armut war (und ist) eine alltägliche Erscheinung. Das Buch analysiert die Maßnahmen, die der Staat zur Bekämpfung der Armut ergriff. In der Habsburgermonarchie war der Umgang mit Armut sehr heterogen: Die Armutsfürsorge lag in der Zuständigkeit der einzelnen Länder und stellte eine erhebliche Belastung für die Gemeindebudgets dar. Der Staat schuf lediglich den rechtlichen Rahmen für die Organisation der Armenfürsorge. Das Buch befasst sich ausschließlich mit der „pflichtigen“, vom Staat vorgeschriebenen Armenfürsorge – nicht mit der offenen, unsystematischen Caritas verschiedener Akteure. Die Leser finden darin zusammenhängende Problembereiche wie Kinderarbeit, den Ehekonsens als Instrument zur Eindämmung von Armut oder Naturalverpflegungsstationen als Mittel zur Erhaltung der Arbeitsgewohnheiten. Die Autorin zeigt, wie der cisleithanische Teil der Habsburgermonarchie schrittweise einem einheitlichen Modell des Sozialstaats entgegenstrebte – einem Modell, das infolge des Zerfalls der Monarchie nicht verwirklicht wurde.
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