Josef von Neupauers "Viribus unitis" entfaltet unter dem programmatischen Wahlspruch der Habsburgermonarchie ein Werk, das politisches Bekenntnis, zeitgeschichtliche Reflexion und literarische Formung miteinander verbindet. Der Titel verweist auf die Idee gemeinsamer Kraftanstrengung in einem vielsprachigen, kulturell heterogenen Reich. Stilistisch ist das Buch von pathetischer Verdichtung, argumentativer Klarheit und einem ausgeprägten Sinn für öffentliche Wirkung geprägt; es steht im Kontext jener österreichischen Literatur, die Loyalität, Ordnung und staatliche Zusammengehörigkeit gegen die Zentrifugalkräfte der Moderne behauptet. Josef von Neupauer erscheint als Autor, dessen Denken aus dem geistigen Klima der späten Donaumonarchie erklärbar ist. Die Erfahrung politischer Spannungen, nationaler Gegensätze und eines sich wandelnden Staatsbewusstseins dürfte seine Perspektive entscheidend geprägt haben. Sein Schreiben verrät Nähe zu einem gebildeten, staatsloyalen Milieu, das Literatur nicht nur als ästhetische Übung, sondern als Beitrag zur historischen Selbstverständigung verstand. Empfohlen sei "Viribus unitis" allen Leserinnen und Lesern, die die kulturellen und politischen Deutungsmuster Altösterreichs verstehen möchten. Das Buch ist besonders wertvoll als Dokument einer Epoche, in der Literatur, Patriotismus und Geschichtsbewusstsein eng ineinandergriffen.
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