Visionen und andere phantastische Erzählungen
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Bol
"Visionen und andere phantastische Erzählungen" versammelt jene Texte Iwan Turgenews, in denen der große Realist die sichtbare Welt an ihre metaphysischen Ränder führt. Träume, Vorahnungen, Erscheinungen und unheimliche Begegnungen durchdringen eine Prosa von klassischer Klarheit, psychologischer Präzision und elegischer Musikalität. Im Kontext der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts stehen diese Erzählungen zwischen romantischer Schauertradition, europäischem Phantastikum und modernem Bewusstseinsroman. Turgenew, 1818 in eine adlige russische Familie geboren, war zugleich genauer Beobachter sozialer Wirklichkeit und kosmopolitischer Intellektueller. Die Erfahrung der Leibeigenschaft, sein westlich geprägtes Denken, das lange Leben zwischen Russland, Deutschland und Frankreich sowie seine Sensibilität für Verlust, Alter und Entwurzelung erklären die eigentümliche Spannung dieser Texte: Das Übernatürliche erscheint nicht als bloßer Effekt, sondern als Ausdruck innerer und historischer Unruhe. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Turgenew jenseits von "Väter und Söhne" entdecken möchten. Es zeigt einen Autor, der das Phantastische nüchtern, beinahe wissenschaftlich, und gerade deshalb beunruhigend gestaltet. Die Sammlung ist ein feinsinniger Zugang zu Angst, Erinnerung und den Grenzen rationaler Erkenntnis.
"Visionen und andere phantastische Erzählungen" versammelt jene Texte Iwan Turgenews, in denen der große Realist die sichtbare Welt an ihre metaphysischen Ränder führt. Träume, Vorahnungen, Erscheinungen und unheimliche Begegnungen durchdringen eine Prosa von klassischer Klarheit, psychologischer Präzision und elegischer Musikalität. Im Kontext der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts stehen diese Erzählungen zwischen romantischer Schauertradition, europäischem Phantastikum und modernem Bewusstseinsroman. Turgenew, 1818 in eine adlige russische Familie geboren, war zugleich genauer Beobachter sozialer Wirklichkeit und kosmopolitischer Intellektueller. Die Erfahrung der Leibeigenschaft, sein westlich geprägtes Denken, das lange Leben zwischen Russland, Deutschland und Frankreich sowie seine Sensibilität für Verlust, Alter und Entwurzelung erklären die eigentümliche Spannung dieser Texte: Das Übernatürliche erscheint nicht als bloßer Effekt, sondern als Ausdruck innerer und historischer Unruhe. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Turgenew jenseits von "Väter und Söhne" entdecken möchten. Es zeigt einen Autor, der das Phantastische nüchtern, beinahe wissenschaftlich, und gerade deshalb beunruhigend gestaltet. Die Sammlung ist ein feinsinniger Zugang zu Angst, Erinnerung und den Grenzen rationaler Erkenntnis.
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