Volks Sagen: Die erste deutsche Sagensammlung
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Beschrijving
Bol
Johann Karl Christoph Nachtigals Volks-Sagen versammelt mündlich umlaufende Erzählstoffe aus dem deutschsprachigen Raum und überführt sie in eine gelehrte, zugleich anschaulich erzählende Prosa. Zwischen Spukbericht, Ursprungssage, historischer Erinnerung und moralischer Beispielerzählung macht das Buch sichtbar, wie lokale Überlieferung Landschaft, Herrschaft, Religion und Alltagsglauben deutet. Literarisch steht es an der Schwelle von Aufklärung und Frühromantik: Es ordnet volkstümliches Material mit antiquarischem Ernst, bewahrt aber dessen suggestive Kürze und erzählerische Dunkelheit. Nachtigal, als Theologe, Pädagoge und Altertumsfreund im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert tätig, gehörte zu jener Generation, die in der Sage nicht bloß Aberglauben, sondern ein historisches Dokument kollektiver Erinnerung erkannte. Seine gelehrte Bildung, sein Interesse an Sprache, regionaler Geschichte und religiöser Volksvorstellung sowie das zeitgenössische Bedürfnis nach nationaler kultureller Selbstvergewisserung erklären die Sammlung und Bearbeitung dieser Texte. Empfohlen sei Volks-Sagen allen Lesern, die die Anfänge wissenschaftlicher Sagenkunde, die Vorgeschichte der Grimmschen Sammlungen und die poetische Kraft regionaler Erinnerung erkunden möchten. Das Buch bietet keine bloße Kuriositätensammlung, sondern ein Schlüsselwerk zur Entdeckung des Volksglaubens als literarischem und historischem Erkenntnisraum.
Johann Karl Christoph Nachtigals Volks-Sagen versammelt mündlich umlaufende Erzählstoffe aus dem deutschsprachigen Raum und überführt sie in eine gelehrte, zugleich anschaulich erzählende Prosa. Zwischen Spukbericht, Ursprungssage, historischer Erinnerung und moralischer Beispielerzählung macht das Buch sichtbar, wie lokale Überlieferung Landschaft, Herrschaft, Religion und Alltagsglauben deutet. Literarisch steht es an der Schwelle von Aufklärung und Frühromantik: Es ordnet volkstümliches Material mit antiquarischem Ernst, bewahrt aber dessen suggestive Kürze und erzählerische Dunkelheit. Nachtigal, als Theologe, Pädagoge und Altertumsfreund im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert tätig, gehörte zu jener Generation, die in der Sage nicht bloß Aberglauben, sondern ein historisches Dokument kollektiver Erinnerung erkannte. Seine gelehrte Bildung, sein Interesse an Sprache, regionaler Geschichte und religiöser Volksvorstellung sowie das zeitgenössische Bedürfnis nach nationaler kultureller Selbstvergewisserung erklären die Sammlung und Bearbeitung dieser Texte. Empfohlen sei Volks-Sagen allen Lesern, die die Anfänge wissenschaftlicher Sagenkunde, die Vorgeschichte der Grimmschen Sammlungen und die poetische Kraft regionaler Erinnerung erkunden möchten. Das Buch bietet keine bloße Kuriositätensammlung, sondern ein Schlüsselwerk zur Entdeckung des Volksglaubens als literarischem und historischem Erkenntnisraum.
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