Was heute als "Brainwave-Musik" bezeichnet wird, begann in den späten 60er und 70er Jahren mit der Umsetzung der durch das Elektroenzephalogramm erfassten elektrischen Gehirnaktivität in Klang. Die Gehirnwellenmusik entwickelte sich durch die bahnbrechenden Experimente von Alvin Lucier, Richard Teitelbaum und David Rosenboom. Die Ästhetik und der technische Ansatz ihrer frühen Performances scheinen sich seitdem nicht weiterentwickelt zu haben, trotz des Einzugs der Digitalisierung und der Möglichkeit, statistische und analytische Methoden der Signalverarbeitung einfach anzuwenden, sowie der Verfügbarkeit schnellerer Computer mit größerem Speicherplatz. In diesem Buch stelle ich einen persönlichen Ansatz vor, den ich für mein letztes Werk "Fragmentation" gewählt habe, um einige der intrinsischen technischen und künstlerischen Einschränkungen aktueller Gehirnwellenmusik-Performances zu überwinden. Methoden des maschinellen Lernens und der Mustererkennung ermöglichen es, Muster aus dem Gehirnsignal zu extrahieren und zu erkennen, die mit bestimmten Bewusstseinszuständen des Interpreten verbunden sind. Diese Techniken ermöglichen eine bewusste und recht zuverlässige Steuerung von drei Variablen eines Systems auf nicht-synchrone Weise. Die Möglichkeiten eines solchen Systems werden im Rahmen künstlerischer Performances erörtert.
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