Seit etwa zwanzig Jahren ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, bei denen eine bipolare Störung diagnostiziert und behandelt wird, erheblich gestiegen, obwohl nur bei wenigen von ihnen tatsächlich eine Diagnose vorlag, die einer "typischen" bipolaren Störung entsprach. Die Kontroverse betraf junge Patienten mit chronischer Reizbarkeit, schweren und wiederkehrenden Wutausbrüchen sowie einer hohen Komorbidität mit ADHS, die bisher als an einer entwicklungsbedingten Form der Manie leidend angesehen wurden. Eine neue, sich noch in der Entwicklung befindliche Diagnose wurde 2013 im DSM-5 eingeführt: das DMDD (Disruptive Mood Dysregulation Disorder) oder Stimmungsstörung mit emotionaler Dysregulation, eine Erkrankung, die sich sowohl in klinischer, therapeutischer als auch prognostischer Hinsicht wesentlich von der bipolaren Störung unterscheidet. Daher werden wir in diesem Beitrag die klinischen Herausforderungen, Komorbiditäten und therapeutischen Perspektiven für diese neue Diagnose in der Kinder- und Jugendpsychiatrie untersuchen.
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