Hermann Stegemanns historischer Roman "Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen" konzentriert sich auf das Ende eines außergewöhnlichen Soldatenlebens: Moritz von Sachsen, Sieger von Fontenoy, Bastard königlicher Herkunft und europäische Figur des 18. Jahrhunderts. In der verdichteten Situation der letzten Tage entfaltet der Roman Rückschau, Charakterstudie und Zeitbild zugleich. Sein Stil verbindet dokumentarische Genauigkeit mit psychologischer Durchdringung; höfische Pracht, militärische Erinnerung und die Melancholie des Verfalls treten in einen reflektierten Dialog mit der Tradition des historischen Romans. Stegemann, Journalist, Historiker und Erzähler, war mit den Mechanismen politischer Macht und militärischer Geschichte besonders vertraut. Seine Beschäftigung mit Krieg, Staatskunst und den Umbrüchen Europas prädestinierte ihn dazu, eine Gestalt wie den Marschall von Sachsen nicht bloß anekdotisch, sondern als Symptom einer Epoche zu behandeln. Aus historischer Bildung und erzählerischer Disziplin entsteht ein Porträt, das Ruhm und Sterblichkeit gegeneinander abwägt. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Romane nicht nur als Kostümstück, sondern als geistige Rekonstruktion vergangener Weltordnungen schätzen. Es bietet Spannung, Atmosphäre und historische Reflexion in ausgewogener Form.
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